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Ess-Störungen

Körper und Seele

Die Seele sagt zum Körper: „Jetzt rede du mal mit dem Menschen, auf mich hört er nicht.“

Eigentlich gehört das Essen zu den schönen Dingen im Leben. Für die meisten Menschen ist Essen mit Genuss, Sättigung des Hungergefühls, Befriedigung und Lebensfreude verbunden. Dreht sich der Alltag aber irgendwann nur noch um das (nicht) Essen bzw. kommt es zunehmend zu einem gestörten Essverhalten, dann kann das Hunger- und Sättigungsgefühl völlig durcheinander geraten und erhebliche körperliche, psychische und soziale Folgen haben. Ein Teufelskreis beginnt. Ess-Störungen beginnen häufig im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, in einer Zeit der Identitätsfindung, der Abgrenzung vom Elternhaus und der durcheinander geratenen Gefühle. Junge Frauen sind deutlich häufiger betroffen als junge Männer, jedoch zeigen auch diese zunehmend ein gestörtes Essverhalten. Zu den verschiedenen Erscheinungsformen gehören die Magersucht (Anorexia Nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia Nervosa) und Ess-Sucht (Binge Eating Disorder). Sie nehmen alle die Funktion einer Bewältigungsstrategie ein und sind ein Signal für über einen längeren Zeitraum weggedrückte Gefühle und Bedürfnisse. Essstörungen übernehmen unbewusst die Funktion eines Hilfsmittels, wirken somit auch positiv und stabilisierend und können nicht einfach ersatzlos gestrichen werden. Sie gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Jugendalter und können auch lebensbedrohlich werden bzw. tödlich enden. Deshalb ist hier die frühzeitige Prävention sehr wichtig. Wir bieten Workshops zu diesem Thema für Jugendliche und junge Erwachsene ab der 7. Klasse im schulischen und außerschulischen Bereich an. Der benötigte Zeitaufwand beträgt mindestens 2 h pro Gruppe. Die Kursinhalte und Methoden werden auf das Alter der Teilnehmer/innen, die zur Verfügung stehende Zeit und die Wünsche bzw. Besonderheiten vor Ort abgestimmt.  

Ziel

Wichtige Grundvoraussetzungen, der Entstehung von Ess-Störungen vorzubeugen, sind ein positives Körpergefühl und Selbstbild. Ziel des interaktiven Workshops ist es deshalb, die jungen Menschen zum einen für das Thema Ess-Störungen mit sachlichen Informationen und den Umgang mit Betroffenen zu sensibilisieren, darüber hinaus aber den Blick vor allem auf die Schutzfaktoren zu richten. Sie werden unter anderem dazu angeregt über ihre eigenen wertvollen Ressourcen nachzudenken, ihre eigenen Fähigkeiten, Stärken, Talente, Bedürfnisse und Wünsche (weiter) zu entdecken, und den Blick dabei auf die Einbindung in den Alltag zu richten.

Kursinhalte

• Erleben von Genuss
• Funktion des Essens und Essverhalten
• Kritische Auseinandersetzung mit den Schönheitsidealen, Diäten und Mediendarstellungen
• Informationen über Erscheinungsformen, Ursachen/Auslöser, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten
• Erarbeitung einer breit gefächerten Bewältigungsstrategie für verschiedene Lebenssituationen anhand von eigenen Talenten und Ressourcen
• Anzeichen und Warnsignale/Umgang mit Betroffenen
• Möglichkeiten der Hilfe

Methodik

• Bewegungsspiele und Übungen
• Fallbeispiele mit Perspektivenwechsel aus der Sicht von Betroffenen
• Einzelarbeit und Arbeit in Kleingruppen
• Diskussionsrunden
• Rollenspiele
• Erarbeiten einer eigenen Lebensmelodie mit vielen Tasten anhand des Klaviermodells

Es besteht auch die Möglichkeit, die interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers“ kostenfrei beim ZPG als präventive Veranstaltungsreihe zum Thema Ess-Störungen auszuleihen. Diese wird von der Fachstelle für Suchtberatung und –prävention fachlich begleitet. Nähere Informationen finden Sie unter www.zpg-bayern.de und erhalten Sie natürlich bei uns.
 
 

AnsprechpartnerTelefonTelefaxZimmer Nr.e-mail
Anja Röhrig
Sachbearbeiterin
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